Demenz-Forschungszentrum gegründet

V. l. n. r.: Michael Wilke, Regionalgeschäftsführer der Alexianer Krefeld GmbH, Kathrin Krah, Projektbeauftragte im Demenz-Forschungszentrum der Alexianer Krefeld GmbH und Professor Dr. Ralf Ihl, Leiter des Demenz-Forschungszentrums präsentieren den umfangreichen Plan für das EU-geförderte Großprojekt "Innovate Dementia".

 

Europäische Union fördert Weiterentwicklung der Krefelder Demenzversorgung

Das neue Demenz-Forschungszentrum der Alexianer Krefeld GmbH ist Koordinator des EU-Projektes "Innovate Dementia" in Deutschland

 

Europa, Deutschland, Nordrhein-Westfalen und eben auch in Krefeld arbeiten intensiv an den massiven Auswirkungen des Älterwerdens der Bevölkerung. Das Gesundheits- und Sozialwesen spielt dabei eine zentrale Rolle.

 

Bevölkerungsentwicklung

Auch in der aktuellen Demographie-Analyse des Statistischen Landesamtes NRW wird eine massive Alterung der Gesellschaft in Nordrhein-Westfalen und auch in Krefeld prognostiziert.

In NRW werden die Menschen bis 2049 im Durchschnitt circa vier bis fünf Jahre älter als heute. Die Wahrscheinlichkeit der Erkrankung zum Beispiel an Demenz steigt entsprechend.

Eine weitere Entwicklung kommt hinzu: Die Anzahl der Menschen jenseits des Alters von 75 Jahren steigt entgegen des allgemeinen Bevölkerungsrückgangs stark an. Zum Beispiel in Krefeld wird es gegenüber 2011 im Jahre 2030 5.000 Menschen mehr geben, die 80 Jahre und älter sind. Im Rentenalter, ab 65 Jahre, sind es sogar 14.000 Menschen mehr.

Im Umkehrschluss müssen auch in Krefeld in den nächsten Jahrzehnten immer weniger „junge“ Menschen immer mehr „alte“ Menschen versorgen. (Siehe hierzu auch die Grafiken im Anhang)

 

Ein möglicher Weg ist das koordinierte Handeln aller Beteiligten, um die vorhandenen Angebote bestmöglich nutzbar zu machen. Die Alexianer Krefeld GmbH setzt sich seit Jahren gemeinsam mit der Stadt Krefeld dafür ein, neue Standards und Strukturen zu schaffen, die gezielt älteren Menschen und insbesondere Menschen mit Demenz und ihren Pflegenden helfen. Die Klinik für Gerontopsychiatrie der Alexianer Krefeld GmbH hat hierbei die Organisationsstruktur eines bundesweit beispielhaften Demenznetzes geschaffen. In Kooperation mit der Stadt Krefeld steht das Demenznetz allen an der Demenzversorgung Beteiligten offen. Eine Vielzahl von Projekten und Angeboten ist bereits integriert.

 

Demenz-Forschungszentrum der Alexianer Krefeld GmbH

Als wichtiger Meilenstein in der Entwicklung des Demenznetzes ist das Demenz-Forschungszentrum der Alexianer-Krefeld GmbH gegründet worden. Es bündelt die durch den Landschaftsverband Rheinland, die Aktion Psychisch Kranke, das Bundesministerium für Gesundheit und die Europäische Union geförderten Projekte zur Demenzversorgung.

Das Demenz-Forschungszentrum nimmt neben Großbritannien und Belgien an dem federführend von den Niederlanden betriebenen Projekt "Innovate Dementia" teil. Im Krefelder Teilprojekt wird die Arbeit des Netzwerkes in einem sogenannten "LivingLab" untersucht und sein Nutzen öffentlich gemacht. Anderen Regionen soll das Netz vorgestellt werden und als Angebot für die eigene Netzwerkstrukturierung zur Verfügung gestellt werden. Es gilt auch deutlich zu machen, dass durch die Demenzversorgung nicht nur finanzielle Herausforderungen sondern auch eine Vielzahl neuer Beschäftigungsmöglichkeiten von Menschen für Menschen entstehen.

Die Fachkompetenz im Demenz-Forschungszentrum wird stetig erweitert und aktualisiert, unter anderem über die Kooperation mit: Deutsche Alzheimer Gesellschaft, Alzheimer Europe, Europäische Arbeitsgemeinschaft für Gerontopsychiatrie und Landesverband Gerontopsychiatrie und –psychotherapie NRW. Es bestehen direkte Kontakte mit verschiedenen europäischen Universitäten.

 

Aktuelle Projekte im Demenz-Forschungszentrum:

  • Aufbau Demenz-Netzwerk in Krefeld gemeinsam mit der Aktion Psychisch Kranke e. V.
  • Ausbau Gerontopsychiatrischer Zentren, insebsondere der Beratungsmöglichkeiten von Menschen mit psychischen Erkrankungen im Demenz-Netzwerk, gefördert vom Landschaftsverband Rheinland
  • Erfolgskontrolle von ambulanten Versorgungsstrukturen – Wie gut profitieren die Menschen mit Demenz und ihre Pflegenden von den Versorgungsstrukturen? -, in Kooperation mit der Aktion Psychisch Kranke e. V.
  • Einbindung der Versorgung demenzkranker Menschen in Allgemeinkrankenhäusern in das Demenz-Netzwerk, unter dem Stichwort „Demenzfreundliches Krankenhaus“
  • „Innovate Dementia“: Förderung der Zusammenarbeit der Versorger im Demenzbereich und Verbesserung der Information der Öffentlichkeit über die Versorgungs-Angebote, Anbietern Anregungen zur Einrichtung weiterer, auch neuer Angebote geben; Förderung durch die Europäische Gemeinschaft
  • Erstellen, Erproben und Optimieren von Ausbildungsprogrammen für die Beschäftigten in der Versorgung von Menschen mit Demenz und ihren Pflegenden

 

Leitung:           

  • Prof. Dr. Ralf Ihl, Alexianer Krefeld GmbH

Beirat:             

  • Prof. Dr. Hans Gutzmann, Krankenhaus Berlin-Hedwigshöhe
  • Prof. Dr. Hans Förstl, TU München
  • Prof. Dr. Dr. Ulrich Sprick, St. Alexius / St. Josef Krankenhaus Neuss
  • Prof. Dr. Knut Engedal, Universität von Oslo, Norwegen
  • Prof. Dr. Martin Orwell, Universität von London, Großbritannien
  • Dr. Marcel Pender, Universität von Eindhoven, Niederlande

 

Informationen im Internet:

<link http: www.demenz-forschungszentrum.de>www.demenz-forschungszentrum.de

Anhänge:                                

Demographische Prognosen / Epidemiologie der Demenzerkrankungen