Intensivpfleger & Intensivpflegerin

"Wir erleben hier auch Wunder"

Georg Steinmetz und Anja Schauties erzählen im Video von ihrer abwechslungsreichen, oft fordernden und erfüllenden Arbeit auf der Intensivstation. 

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Erst Ausbildende, heute Kollegen, bald Studierende: Anja Schauties hat Georg Steinmetz während seiner Weiterbildung als Praxisanleiterin betreut. Seit zwei Jahren arbeiten sie als Kollegin und Kollege zusammen auf der Intensivstation des Alexianer Krankenhauses Hedwigshöhe in Berlin. Sie sind sich einig: Stillstand ist keine Option. Beide beginnen noch ein Studium. 

Es ist ein ruhiger Morgen auf der Intensivstation des Alexianer Krankenhauses Hedwigshöhe in Berlin. Das Licht auf den Gängen ist noch gedimmt. „Die Patientinnen und Patienten sollen so lange wie möglich nicht gestört werden“, erzählt Anja Schauties. Bei der Übergabe vom Nachtdienst erhalten Anja Schauties, Georg Steinmetz und ihre drei Kolleginnen vom Frühdienst ausführlich alle wichtigen Informationen über die Patientinnen und Patienten, die heute auf der Intensivstation zu versorgen sind. Die meisten bleiben nicht länger als ein bis zwei Tage. Nicht alle Betten sind belegt. Anja Schauties und Georg Steinmetz betreuen deshalb heute jeweils nur einen Patienten. Jeder Pfleger und jede Pflegerin arbeitet allein, selbstständig und eigenverantwortlich, dennoch hilft und unterstützt man sich, wenn nötig.

Patientenschlüssel

Laut Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums dürfen auf Intensivstationen 2,5 Patientinnen und Patienten auf einen Krankenpfleger oder eine Krankenpflegerin kommen, nachts darf eine Fachkraft maximal 3,5 Patientinnen und Patienten betreuen. Ab Januar 2021 soll eine Pflegekraft tagsüber für zwei Patientinnen und Patienten zuständig sein, in der Nachtschicht sinkt die Untergrenze auf drei Patientinnen und Patienten.

„Wir sind den ganzen Tag nah bei den Patientinnen und Patienten. Wir können deshalb den Ärztinnen und Ärzten wichtige Hinweise geben und unsere Beobachtungen teilen. Die Zusammenarbeit funktioniert wie Zahnräder, die ineinandergreifen. Der ständige und intensive Austausch ist dafür enorm wichtig“, erklärt Anja Schauties. Ärzte und Ärztinnen beraten daher gemeinsam mit den Pflegern und Pflegerinnen bei der morgendlichen Visite über die weitere Behandlung der Patientinnen und Patienten.

Zeitintensive Pflege

Danach beginnt die Routine. Intensivpflege kostet viel Zeit: Grundpflege, medizinische Versorgung, Lagerung, Ernährung, Mobilisierung. „Im schlimmsten Fall ist der Patient oder die Patientin intubiert, wird beatmet und liegt im künstlichen Koma, dann übernehmen wir alle körpereigenen Pflegefunktionen für den Patienten oder die Patientin. Von der Augenpflege über die Hautpflege bis hin zur Lagerung“, berichtet Georg Steinmetz. Das alles wird heute fast den gesamten Vormittag in Anspruch nehmen.

Anja Schauties ist erfahren. Die 43-Jährige ist seit 1997 in der Intensivpflege bei den Alexianern tätig, aus Überzeugung. Sie wollte nie etwas anderes machen. „Das war für mich das Nonplusultra. Hier kann ich meinen Kopf einsetzen und sehe direkt die Reaktion der Patienten.“ Einmal hat sie sich dennoch eine Auszeit genommen: Burn-out. Sie hat sich Ruhe gegönnt, hat sich beruflich ein bisschen ausprobiert bei privaten Pflegediensten. Nach zwei Jahren ist sie zurückgekommen zu den Alexianern. „Ich habe gemerkt, ich brauche ein Zuhause, das habe ich nun mal hier.“ 

Ausbildung

Die Fachweiterbildung Intensivpflege und Anästhesie kann berufsbegleitend über zwei Jahre absolviert werden. Sie umfasst einen theoretischen Teil von 720 Unterrichtsstunden und einen praktischen Teil von 1200 Stunden. Zugangsvoraussetzung für die Weiterbildung ist die Berechtigung, eine der in § 1 Abs. 1 Nrn. 1 oder 2 des Krankenpflegegesetzes genannten Berufsbezeichnungen zu führen.

Ihre Erfahrung im Beruf gibt Anja Schauties weiter. Sie ist Praxisanleiterin, betreut Pflegeschülerinnen und -schüler während ihrer Ausbildung auf der Station. So wie einst Georg Steinmetz. Vor zwei Jahren hat er sein Examen gemacht. „Er hat sich wirklich gut entwickelt. Ich bin stolz auf ihn“, erzählt Anja Schauties strahlend. Dabei war Georg Steinmetz anfangs nicht überzeugt von der Idee, auf der Intensivstation zu arbeiten. Zu viele Geräte und Maschinen, er musste sich überreden lassen. Die Professionalität, die überraschende Nähe zu den Patienten und das außergewöhnliche Team auf der Station haben seine Einstellung schnell verändert. 

„Das war gar keine Frage mehr für mich. Da stand sofort fest, ich möchte auf der Intensivstation arbeiten.“

Georg Steinmetz

Für das besondere Arbeitsklima sorgt nicht zuletzt die Pflegeleitung Sabrina Roßius. Jung, engagiert und mit vielen Ideen. Sie leitet das Projekt „Verbesserte Vereinbarkeit von Beruf und Lebensphase“ der Alexianer und wurde zur besten Nachwuchs-Pflegemanagerin des Jahres 2018 vom Bundesverband Pflegemanagement in Zusammenarbeit mit Springer Pflege gekürt. Der Pflegenotstand ist auch auf der Intensivstation in Hedwigshöhe angekommen. Sabrina Roßius hat erkannt, dass sich etwas ändern muss. „Mein Ziel ist es, eine moderne, professionelle Pflege zu gestalten. Dabei ist es wichtig, auf die Bedürfnisse meiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen zu reagieren.“ Ihr Team dankt ihr das mit großer Motivation und Treue.

Ein geschätztes Ritual

Jeden Morgen wird auf der Station gemeinsam gefrühstückt. Die Ärzte und Ärztinnen bringen Brötchen mit, die Pflege sorgt für den Belag. Ein von allen geschätztes Ritual. Fast alle können heute zusammensitzen, es ist ein ruhiger Tag auf der Station, später wird noch ein Patient auf Normalstation verlegt, einer wird nach Berlin-Mitte ins Schwesterkrankenhaus St. Hedwig gebracht. Dennoch weiß man auf einer Intensivstation nie, was noch aus dem OP-Saal oder der Rettungsstelle kommt. Die Situation kann sich jeden Moment ändern.

Als ein Notfallalarm von einer Normalstation eingeht, reagiert Georg Steinmetz sofort. Er greift zum Rucksack und läuft los. Er ist dafür bekannt, dass er freiwillig und gern die Notfälle übernimmt. Georg Steinmetz ist motiviert und will mehr. „Ich bin 27 Jahre alt, ich habe noch viel Arbeitsleben vor mir, ich bin noch lange nicht fertig.“ Seine Pflegeleitung, Sabrina Roßius, unterstützt und motiviert ihn bei seinen Plänen. In diesem Jahr fängt er an zu studieren. Advanced Practice Nursing (APN), ein Studiengang, der in Deutschland ganz neu ist. Eine Art Bindeglied zwischen Ärzten und Pflegepersonal. 

FOM

Der Hochschulbereich Gesundheit & Soziales an der FOM qualifiziert Berufstätige für betriebswirtschaftliche, pflegerische, soziale oder psychologische Aufgaben in Einrichtungen des Sozial- und Gesundheitswesens. Die Studiengänge vermitteln Wissen aus den verschiedenen Fachbereichen Gesundheit, Soziales und Betriebswirtschaft. Die FOM Hochschule bietet ihren Studierenden unterschiedliche Studienzeitmodelle im Präsenzkonzept an.
Alle Informationen zum Hochschulbereich Gesundheit & Soziales

Sich weiterentwickeln, das möchte auch Anja Schauties. „Nichts ist schlimmer als Stillstand, privat und im Job.“ Sie wird in diesem Jahr das Studium der Medienpädagogik an der FOM Hochschule berufsbegleitend beginnen. Die Alexianer unterstützen sie dabei mit einem Stipendium. Danach möchte sie ihr Wissen weitergeben, wie das genau aussehen wird, lässt sie noch offen, auf jeden Fall möchte sie weiterhin auch „am Bett“ arbeiten, auf Station und bei den Alexianern.

Gute und schlechte Tage

„Ich habe noch nie jemanden in seiner privaten Kleidung von der Intensivstation abgeholt.“ Sichtlich begleitet die Schwester von der Normalstation ihre neue Patientin von der Intensivstation. Georg Steinmetz konnte unterdessen eine Kollegin unterstützen und einen Patienten, der 23 Tage im Bett gelegen hat, bei seinen ersten Schritten unterstützen. Nicht jeder Dienst endet so gut wie heute. Auf Intensivstationen wird auch gestorben. An schlechten Tagen nehmen Anja Schauties und Georg Steinmetz Gedanken mit nach Hause. Aber manchmal geschehen auf der Intensivstation auch Wunder.

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