Die Klinik für Pneumologie und Beatmungsmedizin des Clemenshospitals unter der Leitung von Chefarzt Dr. Maik Brandes freut sich über eine bedeutende Erweiterung ihrer technischen Ausstattung: Dank der Spende einer privaten Emsländischen Krebshilfe-Stiftung in Höhe von mehr als 70.000 Euro konnte ein hochmodernes 3D-Bildanalysesystem angeschafft werden. „Die Software ‚Synapse® 3D‘ ermöglicht eine deutlich präzisere Auswertung von radiologischen Aufnahmen und eröffnet damit neue Möglichkeiten in der Diagnostik und Behandlung von Lungenerkrankungen“, freut sich Brandes über die Neuanschaffung. Diese wird insbesondere den Patientinnen und Patienten des zertifizierten Lungenkrebszentrums des Clemenshospitals zugutekommen, das Brandes zusammen mit Prof. Dr. Peter Feindt leitet. Das Clemenshospital und seine Schwesterklinik Raphaelsklinik, beides Einrichtungen des Alexianer-Verbunds, sind Teil der „Münsteraner Allianz gegen Krebs – MAgKs“.
Das System „Synapse® 3D“ verarbeitet mittels künstlicher Intelligenz (KI) Bilddaten aus Computertomographie (CT) sowie Magnetresonanztomographie (MRT) und stellt diese in zwei-, drei- und sogar vierdimensionalen Ansichten dar. So lassen sich kleinste Veränderungen im Lungengewebe, Verengungen der Atemwege oder Tumore frühzeitig erkennen und exakt vermessen. In der neuen Software sieht auch Feindt einen deutlichen Gewinn für die Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Krebserkrankungen der Lunge: „Die erfolgreiche Therapie von Krebserkrankungen ist stark von einer präzisen und frühzeitigen Erkennung der Tumoren abhängig. Diese neue Software ist dabei ein großer Fortschritt!“ Das System ist so ausgelegt, dass Module für andere Organe wie die Bauchspeicheldrüse nachgerüstet werden können.
Ein besonderer Vorteil von „Synapse® 3D“ liegt in der virtuellen Navigation: Mit Hilfe der Software können Bronchien und Atemwege dreidimensional dargestellt und analysiert werden. Wie bei einem Navigationsgerät wird der Weg zum Zielbereich angezeigt. Dadurch lassen sich Eingriffe wie Bronchoskopien oder operative Maßnahmen realitätsnah planen. Dies ist gerade mit Blick auf das Lungenkrebsscreening von großer Bedeutung, das in Deutschland kürzlich gestartet ist und an dem das Lungenkrebszentrum des Clemenshospitals bei der Organisation und Durchführung federführend beteiligt ist.
Außer der Lungenanalyse unterstützt die Technologie auch die Bewertung von Durchblutung und Gewebestruktur. Dies spielt beispielsweise bei der Einschätzung von Entzündungen, Tumorerkrankungen und chronischen Lungenerkrankungen eine wichtige Rolle. „Die neue Technologie bedeutet für uns einen großen Fortschritt in der Patientenversorgung“, erklärt Chefarzt Dr. Maik Brandes. „Wir können Diagnosen schneller und genauer stellen und Behandlungen noch besser planen. Davon profitieren vor allem unsere Patientinnen und Patienten.“
„Gerade innovative Technologien wie das neue 3D-Bildanalysesystem gehen häufig weit über die regulären Finanzierungsmöglichkeiten im Gesundheitswesen hinaus. Umso dankbarer sind wir unserem Spender aus dem Emsland für die großzügige Unterstützung in Höhe von mehr als 70.000 Euro“, betont Fundraiserin Sabrina Schulz.