Im Foyer der Raphaelsklinik, einem Krankenhaus des Alexianer-Verbunds, ist bis zum 28.06. die Ausstellung „Stille Landschaften“ der Lüdinghauser Künstlerin Angelika Liebsch zu sehen. Während der Ausstellungseröffnung stellte die Gastrednerin Christiane Middrup-Petrausch den programmatischen Titel der Ausstellung in den Mittelpunkt: „Stille Landschaften“ seien eine Einladung, im hektischen Alltag innezuhalten und zur Ruhe zu kommen. Gerade in einer Zeit, in der viele Menschen Entschleunigung suchten, entfalte die Bildwelt ihre besondere Wirkung.
In ihren Ausführungen beschrieb Middrup-Petrausch die Werke als intensive Naturbegegnungen. Weite Meeresblicke, wechselhafte Himmel und atmosphärische Lichtstimmungen prägten die Bilder. Dabei gehe es nicht nur um das Sichtbare: „Manchmal sind die Eindrücke fast fühlbar oder hörbar“, sagte sie. Die Landschaften eröffneten Erinnerungsräume und Sehnsuchtsorte, in denen sich Betrachterinnen und Betrachter selbst verorten könnten. Eine zentrale Rolle spiele das Licht, das Liebsch mit differenzierter Farbgebung einfange – von kraftvollen, dynamischen Pinselstrichen bis hin zu zarten, nebelartigen Übergängen.
Ergänzt werden die Gemälde durch verschiedene Materialien wie Papier, Treibholz oder Fäden, die den Arbeiten zusätzliche Tiefe verleihen. Auch Texte und poetische Elemente finden sich in einzelnen Werken wieder. Gerade in einem Krankenhaus, in dem Menschen mit Sorgen, Hoffnungen und dem Wunsch nach Heilung zusammenkämen, könne Kunst eine unterstützende Wirkung entfalten, so Middrup-Petrausch. Naturdarstellungen vermittelten dabei oft Trost und ein Gefühl von Geborgenheit. Künstlerin Angelika Liebsch selbst hob in ihrem kurzen Dank die besondere Rolle des Publikums hervor. Ihre Arbeiten entstünden in einem eher zurückgezogenen, konzentrierten Prozess. Erst durch die Betrachtung würden die Bilder lebendig.
Die Ausstellung „Stille Landschaften“ von Angelika Liebsch ist täglich von 9 bis 19 Uhr im Foyer der Raphaelsklinik, Loerstraße 23, zu sehen. Der Eintritt ist frei.