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Panikstörungen - Wenn die Angst vor der Angst zum Problem wird.

  • Oberarzt Konrad Röhl (l.) der Klinik Maria Brunn (Alexianer Münster GmbH) und WN-Moderator Stefan Werding (r.) erläuterten den knapp 120 Gästen beim Alex Talk die Zusammenhänge der Panikstörungen.
24.05.17, Münster
Alexianer Münster GmbH

Alex Talk - Oberarzt Röhl (Alexianer Münster) erläuterte knapp 120 Interessierten Ursachen und Hilfen bei Panikstörungen: "Eine häufige und gut behandelbare Störung"

Das Herz jagt, der Körper zittert, kalter Schweiß bricht aus und ein Gefühl von lebensbedrohlicher Angst überkommt einen aus heiterem Himmel: Menschen mit einer Panikstörung leiden bei solchen und ähnlichen "panischen" Symptomen unter Todesangst. Panikstörungen sind folglich ein ernstzunehmendes Leiden und können das Leben sehr belasten.

"Doch das Positive an dieser psychischen Erkrankung ist, dass sie gut behandelbar und erforscht ist und die Aussicht auf Heilung damit sehr greifbar ist", schickte Alexianer-Experte Konrad Röhl seinen aufmerksamen Zuhören eine beruhigende Botschaft voran. Die große Resonanz von knapp 120 Gästen zeigte, dass das Thema Panikstörungen viele Menschen interessiert: "Immerhin 15 bis 20 Prozent der Menschen erleiden in ihrem Leben eine Panikattacke, fünf Prozent haben Angststörungen und einer von 100 Menschen leidet unter einer manifesten Panikstörung", unterstrich der Oberarzt der Klinik Maria Brunn die große Bedeutung dieses Leidens.

Grundsätzlich sei die Angst ein absolut lebensnotwendiges Gefühl und sichere uns in tatsächlich bedrohlichen Situationen unser Überleben. Das Fatale an der Panikstörung sei allerdings, dass sie einen quasi grundlos und unverhofft ereile. Und es eben -eine körperliche Ursache natürlich grundsätzlich ausgeschlossen- gar keine objektive Bedrohung gebe:

"Das kann im Supermarkt an der Kasse, beim Umkleiden im Fitnessstudio oder oft auch im Urlaub in einer eigentlich entspannten Atmosphäre passieren." Die Betroffenen entwickeln dann nicht selten eine Angst vor der Angst, gehen nur noch ganz früh in leere Supermärkte, wappnen sich mit Tabletten oder wagen sich im schlimmsten Fall schließlich gar nicht mehr vor die Tür. Letztlich kommt es zu einer Verselbständigung der eigentlich das Überleben sichernden Funktionen des Körpers in ungefährlichen Situationen, was die Betroffenen tief verunsichert.

Doch was sind die Ursachen in solche Angstzustände ohne tatsächlich reale Anlässe zu geraten? Die Auslöser können vielschichtig sein. Röhl: "Das können zum Beispiel über Jahre angestaute und erduldete Belastungsfaktoren sein, die uns gar nicht so bewusst waren, denn der Mensch kann lange durchhalten. Oder Veränderungen und Kontrollverslusterfahrungen in wichtigen Lebensbereichen". Manchmal sei es auch buchstäblich der berühmte letzte Tropfen , der das Fass zum Überlaufen bringe, der vor allem bei den angstsensibleren Menschen unter uns zu einer solchen an sich irrationalen Reaktion führe.

Den körperlichen Angstmechanismus verstehen lernen und in einem zweiten Schritt hinter die eigenen Kulissen auf die auslösenden Faktoren zu schauen seien therapeutische Lösungsansätze in der Behandlung. Schließlich komme man dabei auch nicht umhin, sich im Rahmen der Konfrontationstherapie tatsächlich in eine panikauslösende Situation zu begeben, denn: "Die Betroffenen müssen die objektiv fehlende Gefährlichkeit am eigenen Leib erleben und verstehen!" Doch dazu brauche es oft Zeit, professionelle Unterstützung und viel Geduld mit sich selbst. "Aber der Weg lohnt sich, denn die Erfolgsaussichten sind wirklich gut!", betonte der Experte abschließend.

Pressekontakt:

Alexianer Münster GmbH
Anja Große Wöstmann
Unternehmenskommunikation
Telefon: 02501/966 20 260
E-Mail: agw@alexianer.de

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