Institut für Fort- und Weiterbildung

Die Erweiterung des Horizonts

Unser Institut ist ein wichtiger Impulsgeber für die Qualifizierung von Mitarbeitern in Einrichtungen gesundheitlicher Versorgung.

Das Institut für Fort- und Weiterbildung in Berlin bietet seit 2003 Veranstaltungen zur Unterstützung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für die bessere Bewältigung ihrer Aufgaben an. Es wird von den Beschäftigten der Alexianer, aber auch von Externen gerne und viel genutzt.

Man hätte sie sich auch gut als Professorin an einer Hochschule für Sozialwesen vorstellen können: Angelika Pillen, einst Krankenschwester in der Psychiatrie, dann promovierte Philosophin, mochte die Seminare, in denen sie über viele Jahre hinweg angehende Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sowie Pflegekräfte unterrichtete.

Es kam anders. Im Sommer 2003 wurde Pillen von den Alexianern in Berlin gefragt, ob sie beim Aufbau eines Instituts für Fort- und Weiterbildung mitwirken möchte. Das Institut sollte die Fort- und Weiterbildung von Mitarbeitenden, die bis dahin eine Sache der einzelnen Alexianer-Einrichtungen war, die auf die unterschiedlichsten Anbieter zurückgriffen, zentral bündeln und vereinheitlichen. Es sollte das Rückgrat werden für eine moderne Personalentwicklungsarbeit. Das neue Institut sollte sich außerdem unternehmerisch tragen und auch für externe Teilnehmerinnen und Teilnehmer zugänglich sein.

Eine Idee gefiel Pillen besonders gut: „In dem Institut, das wir aufbauten, sollten einzelne Berufsgruppen wie die Pflege oder die Ärzteschaft nicht unter sich bleiben, wie das oft der Fall ist. Wir wollten ein berufsgruppen- und institutionenübergreifendes Angebot schaffen, in dem sich die verschiedenen Erfahrungshintergründe multiperspektivisch verschränken können.“

Das Angebot umfasst mehr als 300 Kurse im Jahr

Man zog in das St. Michael-Stift, einen alten Backsteinbau auf dem Gelände des St. Hedwig Krankenhauses in Berlin, in dem sich auch die damalige Geschäftsführung der Alexianer befand. Dort hat das Institut – neben einem zunächst überschaubaren Programm mit Fortbildungen – eine Fachweiterbildung Psychiatrie aufgebaut. Patientinnen und Patienten packten in der Ergotherapie der Psychiatrie beim Eintüten der ersten Programmhefte mit an.

Heute gilt die zweijährige Fachweiterbildung für Pflegekräfte auf dem Weiterbildungsmarkt als führend. Aus dem Anspruch, Perspektivwechsel zu ermöglichen, sind unter anderem breit aufgestellte Führungskräfteseminare oder eine Weiterbildung für Moderatorinnen und Moderatoren ethischer Fallbesprechungen hervorgegangen, in der Ärztinnen und Ärzte, Pflegende, Sozialarbeiter und -arbeiterinnen, Seelsorger, Seelsorgerinnen und Mitarbeitende der Verwaltung zusammenkommen.

„Und aus den etwa achtzig Kursen im ersten Jahr“, sagt Institutsleiterin Angelika Pillen, „wurden mehr als dreihundert. Wir haben heute ein Spektrum von halbtägigen Fortbildungen bis zu Zusatzqualifikationen mit zertifiziertem Bildungsabschluss. Und einige dieser umfangreichen Kurse haben wir komplett selbst konzipiert.“ Das Institut für Fort- und Weiterbildung der Alexianer besitzt einen hervorragenden Ruf. Nicht zuletzt deswegen bauen die Alexianer seit einigen Jahren eine Dependance in Münster auf, die auf die dortigen Verhältnisse zugeschnitten ist und von Interessenten aus Nordrhein-Westfalen besser erreicht werden kann als das Institut in Berlin.

Über ein Drittel der Teilnehmenden, die Kurse des Instituts für Fort- und Weiterbildung besuchen, stammt nicht aus der Belegschaft der Alexianer. Sie arbeiten an rund siebenhundert externen Einrichtungen, die ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter regelmäßig zu den Alexianern schicken. Das ist für beide Seiten ein enormer Gewinn, weil sich bei den Kursen ein Erfahrungsaustausch über Einrichtungsgrenzen hinweg ergibt.

Die Externen lernen eine Atmosphäre bei den Alexianern kennen, die sie im Nachhinein häufig als „ganz besonders“, als „anders“ beschreiben. Ihnen begegnet bei Seminaren und Praktika die Vertrauenskultur, die das Arbeiten bei den Alexianern ausmacht – und ausmachen soll. Natürlich gibt es auch bei den Alexianern Konflikte, sagt Angelika Pillen, und unter Druck gearbeitet werden müsse auch dort. „Insgesamt herrscht aber bei dem überwiegenden Teil der Mitarbeiter eine von Wertschätzung getragene Grundhaltung vor. In unseren Seminaren haben ethische und kommunikative Aspekte der Arbeit eine zentrale Bedeutung. Denn unsere Veranstaltungen sollen einen Beitrag zu dieser Kultur leisten und sie unterstützen.“

Das Institut legt auf die „besondere“ Kultur der Alexianer viel Wert

Umgekehrt ist auch für die Alexianer jede Begegnung mit Kolleginnen und Kollegen externer Einrichtungen eine Horizonterweiterung. Manchmal merken sie sich sogar, wer in den Seminaren heraussticht: Ayse Yilmaz aus Berlin etwa, heute Fachschwester in der ambulant psychiatrischen Pflege, nahm an der Fachweiterbildung Psychiatrie teil, um bei ihrem damaligen Arbeitgeber eine andere Stelle übernehmen zu können. Jahre danach suchten die Alexianer dringend eine Mitarbeiterin mit Türkisch-, Kurdisch- und Afghanischkenntnissen, die auch menschlich zu ihnen passt. Sie erinnerten sich an Yilmaz – und die sagte zu, weil sie die Atmosphäre in guter Erinnerung hatte und bis heute davon überzeugt ist, dass sich die Alexianer für seelisch erkrankte Menschen „wirklich Zeit nehmen“.

Selbst aus den Reihen externer Dozentinnen und Dozenten sind schon neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rekrutiert worden. Doris Weitzel-Kage, Fachärztin für Hygiene und Umweltmedizin, wurde einst vom Institut um die Übernahme der Leitung eines Kurses für hygienebeauftrage Ärzte gebeten – sie war dermaßen begeistert von der Begegnung mit leitenden Ärztinnen und Ärzten des St. Hedwig Krankenhauses, die aufmerksam an ihrem Kurs teilnahmen, statt eine Vertretung zu schicken, dass sie ihre Stelle bei der Charité aufgab, um zu den Alexianern zu wechseln.

Für Mitarbeitende der Alexianer ist die Teilnahme an Fortbildungen des Instituts für Fort- und Weiterbildung kostenlos. Sie nehmen das Angebot schon deshalb gern wahr, weil sich durch die unterschiedlichen Patienten, Patientinnen und Einrichtungsbewohner ständig die Herausforderungen ändern, die ihnen im Alltag begegnen.

Wie geht man zum Beispiel mit einem Bewohner um, dessen Zimmer verwahrlost? Der Kurs „Umgang mit Messies“ verspricht Rat und Austausch bis hin zur Klärung von rechtlichen Fragen. Wie ließe sich die Atmosphäre auf einer Station verbessern? Das stellt „Psychiatrie mit offener Tür“ zur Diskussion. Selbst Kurse, in denen Entspannungstechniken vermittelt werden, hat das Institut im Programm. Und das Angebot wird fortlaufend an die sich verändernden Bedarfe der Zeit angepasst. So gibt es mittlerweile einen ganzen Fachbereich Altersmedizin, da das Thema in den letzten Jahren stark an Bedeutung gewonnen hat.

„Die Kurse sind für uns eine wirkliche Bereicherung“, sagt Andreas Gervink vom St. Hedwig Krankenhaus, der Pflege-Bereichsleiter Psychiatrie ist und am Institut praxisorientierte Kurse abhält: „Mit Bereicherung meine ich nicht nur die Vermittlung von Fachwissen. Ich meine Dinge wie Umgang und Haltung, die im psychiatrischen Bereich eine große Bedeutung haben.“

Die Möglichkeit zur Weiterbildung kann auch Motivationsfaktor sein

Nicht zuletzt eröffnet das Institut seinen Kursteilnehmern die Möglichkeit, sich im Rahmen des „lebenslangen Lernens“ persönlich zu entfalten – durch eine berufsbegleitende Weiterbildung etwa, die Gesundheits- und Krankenpfleger im Laufe von zwei Jahren zu einer Fachpflegekraft werden lässt, oder Zusatzqualifikationen wie die vom Institut konzipierte „Psychotraumatologie in der Pflege“, ein besonders stark nachgefragter Kurs.

Diese Möglichkeiten können im Berufsleben ein entscheidender Motivationsfaktor sein. „Ich war an einem Punkt, an dem ich mich beruflich verändern wollte und sogar über eine Kündigung nachdachte, um vielleicht doch noch mal zu studieren“, sagt zum Beispiel Armin Oemmelen, Fachkrankenpfleger für Psychiatrie und Palliativpflege in Berlin. „Dann schlug mir mein Pflegedienstleiter die Fachweiterbildung vor, und zwar verbunden mit der Aussicht, dadurch in der ambulanten Pflege der Alexianer arbeiten zu können. Das gefiel mir, und besonders gefiel mir, dass ich eines der Praktika, die mit dem Programm verbunden sind, bei einem Gesundheitsamt machen durfte.“ Dafür habe die Institutsleitung eigens alte Kontakte genutzt.

Überhaupt erlebte Oemmelen am Institut für Fort- und Weiterbildung der Alexianer in Berlin eine „sehr aufmerksame, behutsame“ Betreuung: „Die Dozentinnen und Dozenten legten hohen Wert auf ein gutes Miteinander und angeregte Diskussionen, und sie hatten auch eine hohe Meinung vom Berufsstand der Pflege an sich, sodass viel Wertschätzung transportiert wurde.“ Das hätten alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer, sagt er, als regelrecht „beflügelnd“ empfunden.

Institutsleiterin Angelika Pillen, die demnächst in den Ruhestand geht, wird das freuen. Denn genau so ist es gedacht.

Sprechen Sie uns an!

Wenn Sie sich weiterbilden möchten, helfen wir Ihnen gern weiter.

Alexianer Institut für Fort- und Weiterbildung

Leiterin: Dr. phil. Angelika Pillen
(030) 400 372-​530
(030) 400 372-​539

Unser Angebot an Fort- und Weiterbildungen

Auf den Seiten des Instituts für Fort. Und Weiterbildung finden Sie alle Informationen zu unserem Angebot. In unserem Programm finden Sie sicherlich auch Fortbildungen und Zusatzqualifikationen, die für Sie interessant sind. Mit nur wenigen Klicks können Sie sich direkt online zu den Veranstaltungen anmelden.


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