Psychosen / Schizophrenie

An einer Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis kann grundsätzlich jeder erkranken.
Die Wahrscheinlichkeit hierfür beträgt 1:100, d. h. einer von hundert Menschen erkrankt einmal im Leben an einer Psychose.
Betroffene sehen sich häufig einer Mauer von Vorurteilen gegenüber und fühlen sich zu Unrecht stigmatisiert. Dabei sind die auftretenden Beschwerden im Sinne von Realitätsbezugsstörungen zwar ungewöhnlich, aber durchaus nachvollziehbar und – was noch wichtiger ist – besser behandelbar, als viele denken.

Kranke leiden in der akuten Phase unter Ängsten, Konzentrationsstörungen oder einem Gefühl der Bedrohung durch die Außenwelt. In manchen Fällen kommt es zu akustischen Halluzinationen und wahnhaften Gedanken. Ein großes Problem besteht darin, dass die Fähigkeit, diese Beschwerden als Erkrankung zu sehen, häufig eingeschränkt ist. Daher ist man als Kranker auf Hinweise und die Hilfe von Freunden und Angehörigen angewiesen, wenn es um die Frage der Behandlungsbedürftigkeit geht.

Jedoch können hieraus weitere Konflikte und Verwicklungen resultieren. In dieser schwierigen Situation versuchen wir, Patienten und Angehörigen schnell und umfassend alle wichtigen Informationen zukommen zu lassen.

Den Patienten bieten wir insbesondere von pflegerischer Seite viel persönliche Nähe, kurze, aber häufige und stützende Gesprächskontakte und helfen dabei, Übersicht und Autonomie so schnell wie möglich zurück zu gewinnen.
Die behutsame Rückführung in eine realitätsgerechte Wahrnehmung fördern wir durch Kreativtherapien, Gymnastik und Sport, Gruppengespräche und Musiktherapie. Durch eine medikamentöse Behandlung lässt sich die Erkrankungsdauer meistens wesentlich verkürzen. Wir bevorzugen moderne Neuroleptika mit geringen Nebenwirkungen und ohne unangenehme Ruhigstellung oder Einschränkung der Beweglichkeit.

Bei der Abwägung von Nutzen und Risiken einer Pharmakotherapie stehen wir Patienten und Angehörigen umfassend beratend zur Seite.

Nach Abklingen der akuten Beschwerden ist eine abschließende Verarbeitung und Einordnung der zurückliegenden psychotischen Erlebnisse sinnvoll. Wichtig ist auch die Identifizierung etwaiger Frühsymptome, um sich im Falle einer erneuten Erkrankung zur Vermeidung einer stationären Aufnahme rechtzeitig in ambulante Behandlung begeben zu können. Für ca. 20 % aller Patienten bleibt die psychotische Erkrankung allerdings auf eine einmalige Phase beschränkt.

Bei häufigeren Rückfällen im Rahmen eines chronischen Krankheitsverlaufes leisten wir Patienten und Angehörigen besonders intensive Hilfe und geben Anleitung zur Verbesserung eigener Bewältigungsstrategien. Wenn auf Grund ausgeprägter Beschwerden persönliche Lebensziele nicht verwirklicht werden können, erweist sich eine meist mehrmonatige, rehabilitativ ausgelegte, stationäre Verhaltenstherapie als sehr hilfreich.