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Alexianer erweitern ihr medizinisches Leistungsangebot und bringen ihr MZEB für die Region an den Start

  • Arbeiten mit Hochdruck am Start des MZEB: Regionalgeschäftsführerin Birgit Boy (r.) und Dr. Hannelore Mertens
25.04.18,

MZEB sind neue spezialisierte Versorgungseinrichtung für Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen



Am 1. Juli 2018 wird am Alexianer Krankenhaus Aachen, unter der Ärztlichen Direktion von Privatdozent Dr. Michael Paulzen, ein MZEB als völlig neues medizinisches Versorgungsangebot seine Arbeit aufnehmen. Ein MZEB ist ein Medizinisches Behandlungszentrum für Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen. 2017 erhielt die Alexianer Aachen GmbH die Zulassung unter der fachärztlichen Leitung von Dr. Hannelore Mertens, Fachärztin für Psychiatrie, Psychotherapie und Sozialmedizin. Jetzt sind die Budgetverhandlungen mit den Kostenträgern abgeschlossen. „Das ist echtes Neuland“, berichtet Alexianer-Regionalgeschäftsführerin Birgit Boy. „Bislang gibt es bundesweit nur wenig Erfahrung mit MZEB. Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt so zügig an die Arbeit gehen können.“ Das MZEB kann Patienten aus der gesamten StädteRegion Aachen versorgen, auch eine Versorgung von Patienten aus den Kreisen Düren und Heinsberg ist möglich.

Erst 2015 wurden mit dem neuen Paragrafen 119 c, Sozialgesetzbuch V, die Voraussetzungen für MZEB geschaffen. „MZEB schließen eine Lücke in der ambulanten medizinischen Versorgung“, erläutert Dr. Hannelore Mertens das Konzept. „Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen haben bislang in unserem Gesundheitssystem nicht immer die Behandlung und Versorgung erfahren, die sie benötigen. Das sollen die MZEB ändern, indem sie in der ambulanten Behandlung fachlich, organisatorisch und räumlich besonders auf die Betroffenen ausgerichtet sind.“

Ein Beispiel: Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen können sich häufig nicht oder nicht gut sprachlich ausdrücken. Sie können also nicht einfach beschreiben, welche Beschwerden sie haben. Der Arzt muss andere Ansätze wählen, um herauszufinden, was seinem Patienten fehlt. Er muss auch damit umgehen, dass der Patient die erforderlichen Untersuchungen und Behandlungen vielleicht nicht versteht und daher Ängste entwickelt, die die Untersuchungen und Behandlungen erschweren können. „Hier ist Beziehungsarbeit gefragt“, sagt Dr. Mertens, „und oft auch mehr Zeit, als sie bei einem ‚normalen‘ Arztbesuch zur Verfügung steht.“ Ein weiteres Beispiel: Viele Menschen mit Mehrfachbehinderungen sind auf große Liegendrollstühle angewiesen, für die nicht jede Arztpraxis genügend Platz hat. Und bei komplexeren Krankheitsbildern müssen verschiedene medizinische Fachrichtungen zur Versorgung der Patienten gut verzahnt zusammenarbeiten. Deshalb haben MZEB auch die Aufgabe, ihre Patienten durch die Gesundheitsversorgung zu lotsen, Netzwerke aufzubauen, die Familien und Angehörigen der Menschen mit Behinderung sowie Wohnheime ganz konkret zu unterstützen. Im MZEB der Aachener Alexianer arbeiten dazu verschiedene Fachärzte, auch aus den Bereichen Neurologie und Allgemeinmedizin, sowie weitere Berufsgruppen eng zusammen. Zum Team gehören neben Ärzten und Psychologen beispielsweise auch Mitarbeiter aus Pflege, Ergotherapie und Sozialdienst.

Derzeit laufen im Alexianer Krankenhaus Aachen die erforderlichen Vorbereitungen, damit das MZEB am 1. Juli starten kann. Dazu sind auch interne Umzüge erforderlich. „Das MZEB wird den Patienten neben der spezialisierten medizinischen Versorgung ein gut erreichbareres, barrierefreies und angenehm ruhig gestaltetes Umfeld bieten“, verspricht Birgit Boy. Das MZEB wird auch aufsuchend tätig sein. Das bedeutet: Die Mitarbeiter des MZEB kommen, wo dies erforderlich ist, zu den Patienten nach Hause oder in die Wohnheime. Auch dies bedeutet für viele Menschen mit Behinderung eine Erleichterung.
 
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