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Menschen mit Behinderungen dürfen nicht zu Verlierern werden/Der inklusive Kunsthandwerkermarkt „Kunst mit Schmackes“ am 1. Juli soll auch die Öffentlichkeit informieren

  • Birgit Nievelstein (r.), Stellvertretende Direktorin des Alexianer Wohn- und Beschäftigungsverbundes Aachen, und Christoph Nacken, Leiter Kreativprojekte, präsentierten mit der Positionierung des Zweckverbandes auch das Programm von „Kunst mit Schmackes“
26.06.17, Aachen

Am 1. Juli lädt die Alexianer Aachen GmbH zu ihrem inklusiven Kunsthandwerkermarkt „Kunst mit Schmackes“ ein. Sie nutzt den Kunsthandwerkermarkt der besonderen Art in diesem Jahr, um auf besondere Anliegen aufmerksam zu machen, denn in der Eingliederungshilfe für Menschen mit Beeinträchtigungen ist vieles in Bewegung. Bundesteilhabegesetz (BTHG) und Pflegestärkungsgesetz III werden den Alltag von Menschen mit Beeinträchtigungen, ihrer Angehörigen und der Leistungserbringer erheblich verändern. Mit ihrer Aktion will die Alexianer Aachen GmbH dazu beitragen, hierfür und für mehr Inklusion ein Bewusstsein in der Öffentlichkeit zu schaffen.

Die Alexianer Aachen GmbH ist gemeinsam mit elf weiteren Einrichtungen und Trägern Mitglied im Öffnet externen Link in neuem FensterZweckverband der katholischen psychiatrischen Behandlungs- und Betreuungseinrichtungen im Rheinland. Der Zweckverband nimmt die derzeitigen Veränderungen in der Eingliederungshilfe zum Anlass, sich und seine Mitgliedseinrichtungen zu positionieren.

„Für uns“, sagt Birgit Nievelstein, Stellvertretende Direktorin des Alexianer Wohn- und Beschäftigungsverbundes Aachen, „sind in diesen Veränderungsprozessen die Interessen der Menschen, für die wir arbeiten, die Leitschnur. Welche Unterstützung benötigen Menschen mit Behinderung im tagtäglichen Leben? Wie gestalten Gesetzgeber und Gesellschaft die Rahmenbedingungen, unter denen unsere Mitglieder ihnen ihre Leistungen anbieten können? Schaffen die neuen gesetzlichen Grundlagen tatsächlich einen Schritt hin zu mehr Inklusion?“ Und sie stellt klar: „Im Detail sind die anstehenden Veränderungen noch gar nicht alle absehbar. Dennoch gibt es einzelne Punkte, die den Fachverbänden der Eingliederungshilfe und damit auch unserem Zweckverband Sorge machen.“

Nievelstein nennt zwei Beispiele: Durch die im BTHG vorgesehene Finanzierungstrennung der Fachleistungen von den existenzsichernden Leistungen könnten sich erhebliche Finanzierungslücken zu Lasten der Menschen mit Behinderung ergeben, und es entstünde ein hoher bürokratischer Aufwand zu Lasten der Einrichtungsträger. Menschen mit Behinderung, die in ambulant betreuten Wohngruppen leben und bis jetzt Pflegesachleistungen in voller Höhe erhalten haben, sollen nach dem Pflegestärkungsgesetz nur noch die pauschale Abgeltung erhalten. Auch hier drohten den Betroffenen Leistungskürzungen, die ambulante Wohnangebote insgesamt gefährden könnten.

„Menschen mit Behinderungen dürfen durch BTHG und Pflegestärkungsgesetz III nicht zu Verlierern werden“, fordert Nievelstein. Deshalb werde der Zweckverband in den kommenden Jahren die beschriebenen Gesetzeseffekte sehr kritisch begleiten und sich gegebenenfalls für Nachbesserungen einsetzen. Dabei gelte die Sorge insbesondere den Menschen mit schwersten gesundheitlichen Einschränkungen und Behinderungen, die oft nur über sehr geringe Einkommen verfügten und Gefahr liefen, in die Armutsfalle zu geraten. Nievelstein: „Unser dringender Appell ist, die Schwächsten nicht aus dem Blick zu verlieren. Es muss für sie weiterhin eine differenzierte Auswahl individuell passender Lebensorte geben können, an denen auch intensive Hilfen möglich sind.“

Die zwölf Mitgliedseinrichtungen des Zweckverbandes der katholischen psychiatrischen Behandlungs- und Betreuungseinrichtungen im Rheinland sind mit ihren Angeboten an 80 Standorten in 34 Städten und Gemeinden präsent. Mit mehr als 7.300 Mitarbeitenden betreuen sie kontinuierlich mehr als 6.200 Menschen mit Behinderung mit vielfältigen Angeboten rund um die Themen Wohnen, Arbeit, Freizeit und Tagesstruktur sowie mehr als 112.000 medizinisch ambulant, teilstationär und stationär behandelte Patienten.
Seine Positionierung hat der Zweckverband in der Schrift „Leitet Herunterladen der Datei einPsychiatrie für den Menschen“ zusammengefasst.

Sie dokumentiert gleichzeitig die Vielfalt und Individualität der Angebote für Menschen mit Behinderung an ausgewählten Beispielen, die jeweils exemplarisch für die einzelnen Mitgliedseinrichtungen stehen.

„Der Wandel von der ‚Integration‘ zur ‚Inklusion‘ hat für unsere Gesellschaft eine große Bedeutung“, verdeutlicht Nievelstein. „Menschen mit Behinderung werden nicht mehr als passiver Teil der Gesellschaft gesehen: Sie sind dabei, mittendrin, entscheiden selbst und erfahren ein größtmögliches Maß an Teilhabemöglichkeiten. Wir unterstützen unsere Klienten, diese Möglichkeiten auch tatsächlich zu nutzen. Doch natürlich bleibt viel zu tun, wenn wir eine wirklich inklusive Gesellschaft werden wollen. Damit diese Vision gelingt, brauchen wir auch die Unterstützung der Politik. Hilfe muss möglich und bezahlbar sein.“ Um hier Öffentlichkeit herzustellen, spricht der Zweckverband deshalb derzeit alle relevanten politischen Entscheidungsträger an, um mit ihnen gemeinsam die Weichen für eine weiter inklusive Gesellschaft zu stellen. Für die breite Gesellschaft wird dieses Engagement durch Aktionen wie den inklusiven Kunsthandwerkermarkt „Kunst mit Schmackes“ erlebbar.

Am Samstag, 1. Juli, öffnet der inklusive Kunsthandwerkermarkt „KUNST mit Schmackes“ von 11 bis 18 Uhr die Tore. Der Kunsthandwerkermarkt der besonderen Art findet auf dem BIOLAND-Bauernhof Maria Haus der Alexianer Aachen GmbH statt und präsentiert Produkte von Klienten der Alexianer sowie externen Kreativtätigen. Auf dem Programm stehen zudem Live-Musik, kulinarische Leckereien zu erschwinglichen Preisen und Mitmachangebote für Groß und Klein. „KUNST mit Schmackes“ ist eine Veranstaltung von AlaixArt, dem Markenzeichen der Kunstprojekte der Alexianer Aachen GmbH, und steht ganz im Zeichen der Inklusion: Menschen mit und ohne Beeinträchtigung laden zusammen zu einem Marktvergnügen für alle Sinne ein. Die ausstellenden Künstler sind zum Teil in den kreativen Bereichen der Alexianer tätig. Sie verkaufen gemeinsam mit Fachkräften an farbenfrohen Marktständen liebevoll hergestellte Kunst, Dekorationsartikel, Spielsachen und Accessoires aus Papier, Holz, Filz, Wolle und vielem mehr. Kunsthandwerker aus der Region sowie kreative Fachkräfte der Alexianer ergänzen das Angebot, zum Beispiel mit Imkerei-Produkten, Schmuck und selbstgenähter Kinderkleidung. In diesem Jahr nehmen rund ein Drittel mehr Aussteller teil als 2016! Kreative und handwerkliche Mitmachangebote runden das Programm ab.

Alle Interessierten sind herzlich eingeladen zu „KUNST mit Schmackes“ am Samstag, 1. Juli, auf dem Gelände von Maria Haus, Gemmenicher Weg 43 in 52074 Aachen-Kronenberg. Der Eintritt ist frei.


„Psychiatrie für den Menschen“ ist auf den Internetseiten der Alexianer Aachen GmbH (www.alexianer-aachen.de) und des Zweckverbandes (www.zweckverband-psychiatrischer-einrichtungen.de) als Leitet Herunterladen der Datei einDownload verfügbar und wird bei „Kunst mit Schmackes“ für alle Interessierten ausliegen.
 
Ansprechpartnerin für Rückfragen der Presse:
Manuela Wetzel, Projektmanagement und Unternehmenskommunikation
Tel. (0241) 47701-15117, Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailE-Mail
 

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