Fortbildung

Abhängigkeitserkrankungen im Alter

Zur Veranstaltung:

Abhängigkeitserkrankungen im höheren Lebensalter stellen besondere Herausforderungen an Behandler und das komplementäre Hilfesystem. Gängige Behandlungsansätze berücksichtigen noch nicht in ausreichendem Umfang die besonderen Bedürfnisse älterer Menschen bei der Behandlung der Abhängigkeit von psychotropen Substanzen. Es ist damit zu rechnen, dass diese Patientengruppe in den kommenden Jahren und Jahrzehnten durch demographische Veränderungen verstärkt Aufmerksamkeit benötigen wird. Abhängigkeitserkrankungen entwickeln sich oft schleichend und sind Folge eines gewohnheitsmäßig verstärkten Konsums über lange Zeiträume.

 

Stationäre und ambulante Behandlungsangebote sollten auf die Bedürfnisse älterer Menschen abgestimmt sein und eine höhere Sensibilität älterer Menschen gegenüber dem Thema Abhängigkeit berücksichtigen. Auch von Jüngeren wird die Substanzabhängigkeit noch nicht durchgängig als Erkrankung akzeptiert, sondern vielfach mit persönlichem Versagen in Zusammenhang gebracht. Ältere Menschen sind hier oft noch weniger aufgeschlossen und verleugnen eine persönliche Betroffenheit umso eher. Behandlungsansätze müssen berücksichtigen, dass der Umgang älterer Menschen mit Suchterkrankungen oft schambesetzt ist und als Versagen verstanden wird.

 

Das Spektrum der konsumierten Substanzen unterscheidet sich von dem der Jüngeren. Im höheren Lebensalter spielen neben Alkohol vor allem Medikamente eine große Rolle, hier insbesondere Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie Schmerzmedikamente. Nicht Stoff gebundene Abhängigkeitserkrankungen (z.B. Spielsucht) rücken zunehmend ins Blickfeld. Abhängigkeit von illegalen Substanzen spielt gegenwärtig noch eine untergeordnete Rolle, wird aber in Zukunft an Bedeutung in der Versorgung gewinnen. Problematisch können aus Behandlersicht nicht nur die Diagnostik und medizinische Versorgung, sondern auch spezifische psychosoziale Bedürfnisse von älteren Patienten mit Abhängigkeitserkrankungen sein. Verminderte soziale Kontakte und Vereinsamung sollten berücksichtigt werden.

 

Ziel der Veranstaltung ist es, Besonderheiten von Abhängigkeitserkrankungen im höheren Lebensalter darzustellen und auf besondere Ansätze in der Behandlung aufmerksam zu machen. Daneben sollen auch Daten und Zahlen zu Häufigkeit und Bedeutung von Abhängigkeitserkrankungen im Alter vermittelt werden.


Termin:

 08.11.2018

Uhrzeit:

 13:15-16:30 Uhr

Ort:

 Institut für Fort- und Weiterbildung der Alexianer in Berlin

Dozent/in:

 Sebastian Blank

Zielgruppe:

 Mitarbeiter in allen Institutionen mit gerontopsychiatrischen Patienten

Kostenbeitrag:

 Alexianer: wird vom Unternehmensverbund der Alexianer übernommen | Externe: 56,00 Euro

Zertifizierungspunkte:

 4 RbP-Punkte



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